Brasilianisches-Kino
Der Mensch und der Dschungel

Im Jahr der Fußball-Weltmeisterschaft präsentiert der Regisseur Sérgio Andrade mit seinem Film „A Floresta De Jonathas“ – „Das Dunkle Grün“ Brasilien von einer poetischen, langsamen und dramatischen Seite. Statt Kommerz, Strand und Fußball bekommt das Land ein magisches Antlitz durch die Begegnung von Mensch und dem Dschungel.

@miriameckert

Der Urwald Brasiliens ist Bedrohung und Leben zugleich. Die Familie von Jonathas lebt von einem Fruchtstand an einer Straße im ländlichen Amazonasgebiet. Täglich zieht Jonathas mit seinem Vater in dem Dschungel, um Passionsfrüchte, Avocados, Bananen und andere Früchte zu sammeln. Aber der Holzstand an der Straße dient nicht nur dem Einkommen, sondern auch neuen Kontakten für Jonathas und seinen älteren Bruder Juliano. Dieser zieht sich den Ärger des Vaters zu, weil er sich mit Touristinnen trifft und Tagesausflüge unternimmt, statt sich um den Stand zu kümmern.

A Floresta de Jonathas - Im Dunklen Grün

Jonathas lebt mit seiner Familie im Amazonasgebiet. Bei einem Campingwochenende mit der Touristin Milly verirrt er sich im Urwald. © Bildkraft

Jonathas begleitet seinen Bruder und dessen Freunde zu einem Campingwochende im Dschungel. Jonathas verliebt sich in Milly, eine Touristin aus der USA mit ukrainischen Wurzeln. Um ihr zu imponieren, macht sich Jonathas morgens alleine vom Zeltplatz auf die Suche nach wilden Passionsfrüchten für Milly. Dabei verirrt er sich im Dschungel.

Magischer Realismus im Amazonas

Die Grenzen zwischen Realität und Fantasie verschwimmen durch die Gestaltung des Films. Der Regisseur Sérgio Andrade arbeitete mit Laienschauspielern und Technikern aus der Region, die wie er selbst im Amazonasgebiet aufgewachsen sind.
Der riesige Dschungel mit deinen dunkelgrünen Grün, den bunten Blumen, den Flüssen und gigantischen Baumstämmen wird wie ein Lebewesen inszeniert, das den Menschen zu verschlucken droht. Der Amazonas ist Schönheit und Bedrohung zugleich und im Film prallen Traum und Wirklichkeit aufeinander. Die real gezeichneten Personen mit Handys, Skateboard, Autos und modener Zeltausrüstung treffen auf die magische Amazonasregion mit ihren Gerüchen, Farben, Tieren und Pflanzen. Die Grenzen von Realität und Poesie verschwimmen zunehmend, doch das menschliche Drama, das Verschwinden von Jonathas, bleibt dadurch trotzdem greifbar und real. Continue Reading

Literatur-Mosambik
Nampula in Mosambik: Gedichte aus dem Männerknast

Prisioneiro que nasceu para nova vida

Eu sou um prisioneiro com a esperança no coração
Escondido aqui nesta escuridão
Onde às vezes aprende-se a ser gente.

Mas há quem ainda me ache um bicho perigoso
Será que o homen não tem direito a mudar?
Aqui nesta prisão onde todos vestem de negro
Eu mudei, sou um alguém que nasceu para uma nova vida.

Sou um fotógrafo,
Sou um poeta,
Sou um ator,

Então me digam:
Não nasceu um novo homen?

Von Ussene Adamo

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Ein Gefangener, geboren für ein neues Leben

Ich bin ein Gefangener mit der Hoffnung im Herzen
Versteckt hier in dieser Dunkelheit
Wo man manchmal lernt Mensch zu sein.

Aber es gibt immer noch jene, die mich für ein gefährliches Tier halten
Hat der Mensch denn nicht das Recht, sich zu ändern?
Hier in diesem Knast, wo alle sich in schwarz kleiden
Veränderte ich mich, bin ich jemand der für ein neues Leben geboren wurde.

Ich bin ein Fotograf
Ich bin ein Poet
Ich bin ein Schauspieler

Deswegen sagt mir:
Wurde nicht ein neuer Mensch geboren?

Von Ussene Adamo
Übersetzt von Miriam Eckert

Das Männergefängnis in Mosambik und die Poesie

Ussene Adamo war im Jahr 2010 in dem Männergefängnis in Nampula in Mosambik inhaftiert. Er nahm an dem neuen Kulturzentrum in dem Gefängnis teil und schrieb in seiner Freizeit Gedichte.

Das Kulturzentrum wird von der italienischen Nichtregierungsorganisation ProgrettoMondo gefördert und trägt seit 2008 das Kulturzentrum in dem Männergefängnis, ein Bildungs- und Aufklärungsprojekt in einem Frauengefängnis sowie ein Restaurant, in dem gerade entlassene Häftlinge einige Wochen aufgefangen werden und eine Arbeit haben.

In Mosambik Gedicht zu schreiben ist für Ussene Adamo nicht leicht gewesen, kein Papier, keine Stifte, keine Hoffnung – doch das „Schreiben gibt mir Hoffnung“, sagt er.

Wirtschaft-Mosambik
Trotz Musterstaat-Image: Krise in Mosambik

Armut trotz Rohstoffboom

@miriameckert

Mosambik galt lange als Musterstaat: Nach über anderthalb Jahrzehnten Bürgerkrieg gelang dem Land der friedliche Übergang zur Demokratie. Dank enormer Vorkommen von Gas und Kohle wächst die Wirtschaft kräftig. Doch vom Rohstoffreichtum profitieren nur wenige; Mosambik gehört noch immer zu den ärmsten Ländern der Welt. In der Bevölkerung wächst deshalb der Unmut, auch der Konflikt zwischen den ehemaligen Bürgerkriegsparteien flammt wieder auf. Die oppositionelle Renamo wirft der Regierungspartei Frelimo vor, ihre politische und wirtschaftliche Macht zu missbrauchen. Im Oktober hat die Renamo das 21 Jahre alte Friedensabkommen mit der regierenden Frelimo-Partei aufgekündigt. Renamo-Chef Afonso Dhlakama und Renamo-Sprecher Fernando Mazanga begründeten dies mit einem Angriff auf das Hauptquartier der Partei am Gorongosa-Nationalpark.

Die Bevölkerung hofft, dass der Konflikt zwischen Frelimo und Renamo nicht wieder in einen Bürgerkrieg eskaliert. © dmgint.de

Krise in Mosambik: Die Bevölkerung hofft, dass der Konflikt zwischen Frelimo und Renamo nicht weiter eskaliert. © dmgint.de

Regionalwahlen am 20. November

Es blieb nicht bei Worten: Nachdem die Armee Ende Oktober das Hauptquartier der Renamo einnahm, erklärte diese das Friedensabkommen von 1992 für beendet. Bei Gefechten und Angriffen wurden mehrere Menschen getötet. Vor den Regionalwahlen am 20. November droht weitere Gewalt – eine Krise in Mosambik. Oppositionsführer Dhlakama droht der angeblich korrupten Regierung seit längerem mit einem neuen Bürgerkrieg. Bei dem vergangenen Bürgerkrieg – dieser begann 1975 nach der Unabhängigkeit und endete 1992 – haben rund eine Million Menschen ihr Leben verloren.

Lusophone-Welt
Sicher reisen in portugiesischsprachigen Länder

Die Riskmap 2013

wird jedes Jahr von der Unternehmensberatung Control Risks erstellt. Wie sicher reist man in welchem Land? Jedes Land wird für die Studie in fünf Risikostufen (unerheblich, niedrig, mittel, hoch oder extrem) eingeordnet. Die Studie ist jedoch kaum für Touristen geeignet, sondern dient in erster Linie der Politik und Unternehmen, die Investitionen und Mitarbeiterentsendungen in diese Länder planen.

Risikoübersicht für Portugal, Brasilien und die portugiesischsprachigen Länder in Afrika. © RiskMap

Risikoübersicht für Portugal, Brasilien und die portugiesischsprachigen Länder in Afrika. © RiskMap

@miriameckert

Die ersten drei Länder
Von den neun portugiesischsprachigen Ländern werden nur drei mit „Low Risk“ eingestuft: Portugal, die Kapverden und São Tomé und Príncipe.

Über São Tomé und Príncipe heißt es beispielsweise im Bericht:
„Security risks are limited to petty crime in public places. It is highly unusual to encounter violent crime such as armed robbery or carjacking. Although there is a latent risk of politically motivated violence, and occasional rumours of coup attempts, tensions have been resolved without recourse to military action. There is a credible risk of periodic civil unrest and street protests as oil revenues flow in, but these are unlikely to affect business personnel, either directly or indirectly.“

Auf den Kapverden gilt:
„Security risks are low and crime is the main threat to business. An expansion of the police force and accelerated crackdowns on drug-trafficking have made some progress in countering an increase in organised crime, while anti-narcotics operations in Cape Verdean waters have reduced their vulnerability to large-scale smuggling.“

„High Risk“ in den meisten portugiesischsprachigen Ländern

Brasilien,Timor-Leste und die Staaten auf dem afrikanischen Festland, Angola, Mosambik, Guinea-Bissao, werden von dem Bericht als risikoreiche Länder eingestuft.

Brasilien:
„As Brazil prepares to welcome the world to the 2014 football (soccer) World Cup and the 2016 Olympic Games, ensuring security in major cities is set to become an important priority. The intensification of operations aimed at breaking the power of organised criminal groups in slum areas is likely to lead to a fall in violent crime rates in major cities such as São Paulo and Rio de Janeiro. However, crime rates will remain stable and even increase elsewhere, notably in the poverty-stricken north-east.“

Mosambik:
„The main security threats to business operations are violent crime and robbery in the capital Maputo, banditry in certain rural areas, and pilfering and theft. The country has gradually moved out of the shadow of the civil war (1977-92), and a return to conflict is highly unlikely. Although Renamo has threatened to plunge the country into conflict, this is a reflection of its weakened political position. In addition, the military is depoliticised and Renamo would struggle to mobilise grassroots support for a campaign aimed at destabilising the government. Civil unrest – for example, prompted by sharp increases in food, fuel or transport prices – poses an underlying threat, particularly in Maputo and key urban hubs. Undetected landmines pose a residual risk in some remote areas. The police are co-operating with South African officers to combat syndicates, particularly those involved in drug-trafficking, operating across borders.“

Die Situation in Asien

Die portugiesischsprachigen Länder und Städte in Asien. © Risk Map

Die portugiesischsprachigen Länder und Städte in Asien. © Risk Map

Zu Timor-Leste heißt es:
„East Timor has experienced relative stability over the past four years, and two rounds of presidential elections in March and April passed off peacefully. Relations between political elites have improved, auguring well for peaceful parliamentary elections in July. Underlying factors that may cause instability, such as youth unemployment, gang violence and weak law enforcement, persist, but serious unrest would only occur if they combined with political rivalry, a prospect that currently appears unlikely. A smooth election cycle would be likely to cement the planned withdrawal of the UN Integrated Mission in Timor-Leste (UNMIT).“

Macao und Goa

Goa, der kleinste indische Bundesstaat und bis 1974 portugiesische Kolonie, gilt genau wie der Rest von Indien als „High Risk“.

Auch Macao, die chinesische direkt neben Hongkong gelegene Stadt, wird wie China als „Low Risk“ eingestuft. Man kann also verhältnismäßig sicher reisen in den neun portugiesischsprachigen Ländern und zwei Städten der Erde.

Alle weiteren Länder und mehr Informationen gibt es hier

Lovely Days von Os Gemeos © www.osgemeos.com.br/

Streetart-Brasilien
Aus Brasilien Street Art, Graffiti & Pixação importiert

Großstädte – mit Wänden, die Geschichten erzählen

@miriameckert

Graue Mauern und dunkle Tunnel – sie alle warten nur darauf mit Farbe bespritzt und bemalt zu werden. Künstler wie OS GEMEOS, HERBERT BAGLIONE, GAIS, RIMON GUIMARÃES, JANA JOANA & VITCHÉ, NUNCA, ONESTO, ALEXANDRE ORION, SPETO, FEFE TALAVERA, TINHO, ZEZÃO haben sich den Straßen ihrer Heimat Brasilien angenommen und machen sie bunt. Jetzt sind elf von ihnen in Frankfurt und dürfen ihre Bilder legal im öffentlichen Raum anbringen – und zugleich auf die sozialen Missstände in ihrer Heimat aufmerksam machen.

Die Subkulturen Graffiti und Street Art sind im Kunstmarkt angekommen, genau wie Brasilien dank sportlicher Großevents und Wirtschaftswachstum in den Medien. Während in Deutschland Graffiti und Street Art als Vandalismus geahndet und sofort entfernt werden, schmücken sich die Bankentürme in Frankfurt nun mit der Kunst, die auch ihre Politik kritisiert. Dabei beziehen sie die Kritik der Künstler an sozialer Ungerechtigkeit, Umweltzerstörung, Armut und Perspektivlosigkeit aber nur auf Brasilien. Nur logisch also, dass in Brasilien die Kunst auch in der Straße stattfindet und nicht nur in kulturellen Institutionen. In Brasilien Street Art und Graffiti zu entdecken ist ein Kinderspiel und macht einen Stadtrundgang in Rio genauso unterhaltsam wie in Berlin – nur mit anderen Ideen, Farben und Figuren.

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Literatur-Brasilien
Brasiliens Literatur im Aufbruch

Brasilien ist Gastland auf der Frankfurter Buchmesse

@miriameckert

Brasilien ist das Gastland der Frankfurter Buchmesse, die vom 9. bis 13. Oktober 2013 geöffnet ist. 7000 internationale Aussteller werden erwartet. Das Gastland Brasilien wird mit 92 literarischen Stimmen präsent sein. Brasiliens Literatur ist im Aufbruch, es ist ein Land mit unzähligen neuen Autoren, die entdeckt werden wollen und bestimmt auch werden…

Zwei der wichtigsten Stimmen der zeitgenössischen brasilianischen Literatur, Ana Maria Machado und Luiz Ruffato, sollen die Messe literarisch eröffnen. „Brasilien – Ein Land voller Stimmen“, so das Motto des diesjährigen Ehrengasts, soll literarisch für das Publikum erlesbar werden…

Ana Maria Machado: die 71-jährige Journalistin, Malerin und Schriftstellerin lebt in Rio. Für ihre Kinderbücher wurde sie vielfach ausgezeichnet. ©www.anamariamachado.com

Ana Maria Machado: Die 71-jährige Journalistin, Malerin und Schriftstellerin lebt in Rio. Für ihre Kinderbücher wurde sie vielfach ausgezeichnet. ©www.anamariamachado.com

Luiz Ruffato: der 53-Jährige lebt in São Paulo. Für seinen Roman "Eles eram muitos cavalos" und den Zyklus "Inferno provisório" erhielt er u.a. den Premio Casa de las Américas. ©Adriana Vichi

Luiz Ruffato: Der 53-Jährige lebt in São Paulo. Für seinen Roman „Eles eram muitos cavalos“ und den Zyklus „Inferno provisório“ erhielt er u.a. den Premio Casa de las Américas. ©Adriana Vichi

… und erkennbar werden. Denn neben der brasilianischen Literatur von Rio de Janeiro bis Manaus im Amazonas, ist in Frankfurt auch zeitgenössische brasilianische Kunst zu sehen.

Street Art Künstler aus Brasilien – in den Straßen von Frankfurt

Die Schrin Kunsthalle Frankfurt zeigt Street Art aus Brasilien: hier Walter Nomura, a.k.a. Tinho, 2010, © Courtesy the artist

Die Schirn Kunsthalle Frankfurt zeigt Street Art aus Brasilien: hier Walter Nomura, a.k.a. Tinho, 2010, © Courtesy the artist

Elf Street Art Künstler aus Brasilien haben die Frankfurter Innenstadt mit ihren Motiven bemalt … die Fassade einer Sparkasse, eine Straßenbahn. Mit dabei waren HERBERT BAGLIONE, GAIS, RIMON GUIMARÃES, JANA JOANA & VITCHÉ, NUNCA, ONESTO, ALEXANDRE ORION, SPETO, FEFE TALAVERA, TINHO, ZEZÃO. Die Ausstellung der Schirn geht noch bis zum 27. Oktober.

Frankfurt am Main kommt unter den Zuckerhut

Die zeitgenössische Kulturvielfalt Brasiliens wird auch in der Stadt erfahrbar. Insgesamt werden bis zum Ende der Buchmesse zehn Musik-Events, acht Ausstellungen, fünf Theateraufführungen, ein Zyklus mit Lesungen aus der neuen brasilianischen Dramaturgie, zwei Tanzdarbietungen und fünf Performanceprojekte geboten. „Leitmotive unserer Präsentation sind Diversität und Vielfalt unserer Kultur. Deshalb war es uns wichtig, unterschiedlichste Kunstformen und Regionen in unser Programm zu integrieren“, so Antonio Grassi, Präsident der brasilianischen Kunststiftung FUNARTE.

Den Startschuss für das brasilianische Kulturprogramm geben Rapper Criolo und Musiker Lenine auf dem Museumsuferfest. Weitere Highlights sind z.B. die Ausstellungen Hélio Oiticica – Das große Labyrinth im Museum für moderne Kunst (28. Sept 2013 – 12. Jan 2014), die durch drei begehbare Außenarbeiten des Künstlers im Palmengarten (31. Aug bis 27. Okt 2013) ergänzt wird, sowie die Ausstellung BRASILIANA. INSTALLATIONEN VON 1960 BIS HEUTE die ab 2. Oktober in der Schirn Kunsthalle gezeigt wird. Die SCHIRN widmet sich zudem mit der Ausstellung Street-Art Brazil der Vielfalt der brasilianischen Graffiti-Kunst (5. Sept – 27. Okt 2013). Weitere brasilianische Stationen werden u.a. im Mousonturm, im Deutschen Architekturmuseum, in der Brotfabrik, im Portikus oder im Hessischen Rundfunk sein, so die Messe Frankfurt.

WM-Proteste-Brasilien
Laut und flott: Brasiliens Proteste aus dem Schnellkochtopf

Die Organisation aus Rio de Janeiro setzt sich für die Interessen der Bürger ein und macht Druck auf die Politiker.

Die Organisation aus Rio de Janeiro setzt sich für die Interessen der Bürger ein und macht Druck auf die Politiker.

@miriameckert

Im Juni geschah, was lange nicht vorstellbar schien: Die Brasilianer demonstrierten – gegen die hohen Ausgaben für die Fußball-Weltmeisterschaft, für ein besseres Transportsystem, für bessere Krankenhäuser, für bessere Schulen…In Brasilien Proteste zu organisieren ist ungewöhnlich: Aber Panela de Pressau, der Schnellkochtopf, bringt lokale Probleme auf die Agenda von Politikern.

„Que vergonha, o bilhete do ônibus mais caro do que maconha!“
„Was für eine Schande, das Busticket ist teurer als Marihuana!“

Mit Sprüchen wie diesen auf ihren Plakaten zogen die Brasilianer durch die Straßen des Landes. Doch gerade jüngere Brasilianer demonstrieren nicht nur, sondern ergreifen auch selbst die Initiative für ein besseres und gerechteres Brasilien.

Die beiden Vocer-Stipendiatinnen Lisa Altmeier und Steffi Fetz berichten auf ihrer Seite „Crowdspondent.de“ über Brasilien – sie reisen quer durch das Land und realisieren die Ideen ihrer Leser. In Rio de Janeiro trafen sie den 20-jährigen Studenten Rafael Rezende.

Zuerst gründete er zusammen mit anderen Studenten vor einigen Jahren die Organisation Meu Rio, „Mein Rio“. Nun hat Meu Rio die Internet-Seite Panela de Pressão, den „Schnellkochtopf“, entwickelt.

„Schnellkochtopf heißt die Seite deshalb, weil es in Brasilien ein Sprichwort gibt, das besagt: Politiker arbeiten nur im Schnellkochtopf. Also nur dann, wenn sie sehr stark unter Druck gesetzt werden. Genau das ist das Ziel der Studenten. „Wir nerven die Politiker so lange, bis sie sich um uns und die Bewohner der Stadt kümmern,“ sagt Rafael. „Wir bitten sie einfach darum, ihren Job zu machen“, schreiben Altmeier und Fetz auf ihrem Blog.

Der ganze Artikel zum Nachlesen und die Details zur Funktion des Schnellkochtopfs gibt es hier. Weitere interessante Details zur Panela de Pressão gibt es hier.

Flagge von Mosambik

Wirtschaft-Portugal
Die portugiesischen Kolonialherren sind zurück

Die Portugiesen entdecken ihre Kolonien wieder

@miriameckert

Die Arbeitslosigkeit in Portugal steigt. Immer mehr Menschen können sich im krisengeschüttelten Südeuropa keine Zukunft mehr vorstellen. Gleichzeitig boomt die Wirtschaft in den ehemaligen portugiesischen Kolonien: Moçambique, Angola und Brasilien. Die älteste Tochter des angolanischen Präsidenten José Eduardo dos Santos ist vom US-Magazin „Forbes“ zu Afrikas erster Milliardärin ernannt worden. Während in den vergangenen Jahrzehnten Afrikaner mit der Hoffnung auf eine bessere Zukunft das Mittelmeer in Richtung Spanien, Italien und Portugal überquert haben, hat nun eine Massenbewegung in die andere Richtung begonnen. Die Portugiesen entdecken ihre ehemaligen Kolonien wieder. Dort suchen sie Arbeit – eine Arbeit, die besser bezahlt ist als zu Hause – die portugiesischen Kolonialherren sind zurück.

Portugiesen in Mosambik

flagge-mosambik

Der Journalistenpreis der Bayreuth International Graduate School of African Studies (BIGSAS) wurde am 10. Juli 2013 zum zweiten Mal verliehen. Der Weltreporter Philipp Hedemann wurde in diesem Jahr für eine Reportage in der „WOZ – Die Wochenzeitung“ ausgezeichnet. In „Die früheren Kolonialherren sind zurück“ beschreibt er die Spannungen, die heute in Mozambique durch eine verstärkte Einwanderung aus Portugal entstanden sind. Im Jahr 1975 wurde die portugiesische Kolonie Mosambik unabhängig. Den ganzen Artikel findet ihr hier.

Portugiesen in Angola

Flagge von Mosambik

Gut ausgebildet und arbeitslos. Viele Portugiesen überlegen nicht zweimal wenn sie ein gutes Jobangebot aus dem wirtschaftlich erfolgreichen Angola bekommen. Portugals Premierminister Pedro Passos Coelho von der konservativen PSD, der selbst in Angola (Das Land wurde 1975 unabhängig von Portugal) aufwuchs, ermunterte die arbeitslose Jugend sogar, ihr Glück in der Ferne zu suchen: „Portugiesen suchen Zuflucht in der Ex-Kolonie“. Zum Artikel geht es hier.

Ein weiterer Artikel über die Migration nach Angola ist „Auf nach Afrika“. Auch hier werden die Ressentiments gegen die neuen Migranten aus Europa thematisiert. Gleichzeitig wird jedoch auch die strategisch wichtige Bedeutung der neuen Kooperation deutlich gemacht. Zum Artikel.

Auch die Tagesschau berichtete über Angola – das Land, das die Portugiesen anzieht: „Wirtschaftsboom zieht die Portugiesen an“. Zum Video geht es hier.

Vom Boom in Angola profitieren jedoch nicht alle, sondern nur die Elite des Landes. Über die wachsende Ungleichheit und den Bauboom wird in dem Artikel „Wo sind die Erdöl-Milliarden geblieben“ berichte – hier.

Die Financial Times Deutschland berichtete 2012 ebenfalls über „Portugals Rückkehr nach Afrika“ – hier.

WM-Proteste-Brasilien
Weiße Elefanten – Brasiliens WM-Stadien

Neue Sonderausgaben zu Brasilien – WIWO gegen KoBra

@miriameckert

Und schon wieder – Brasilien ist in aller Munde und die Nachrichten über den südamerikanischen Riesen überschlagen sich. Nach dem Spiegel bringt nun auch die Wirtschaftswoche ein Brasilien-Spezial mit dem Titel „Brasilien – der perfekte Partner“ heraus.

Darum geht´s: Brasilien hat viel zu bieten: Rohstoffe im Überfluss, wachsende Kaufkraft und eine junge Bevölkerung. Das zweisprachige (deutsch/portugiesisch) Sonderheft „Perfekte Partner“ zeigt aktuelle Entwicklungen in Brasilien und gibt praktische Hinweise für den Umgang mit brasilanischen Geschäftspartnern.

Brasilien als der "Perfekte Partner" – ist das Thema der Sonderausgabe der Wirtschaftswoche.©Wirtschaftswoche

Brasilien als der „Perfekte Partner“ – ist das Thema der Sonderausgabe der Wirtschaftswoche.©Wirtschaftswoche

Doch wer profitiert von dem Boom? Wer verdient an dem Land, das immer häufiger nur noch in Verbindung mit den sportlichen Großereignisse genannt wird?

Street-Art von Os Gêmeos in Brasilien – Bringt der Boom wirlich "Ordem e Progresso?" © Luke Schrey/Kobra

Street-Art von Os Gêmeos in Brasilien – Bringt der Boom wirlich „Ordem e Progresso?“ © Luke Schrey/KoBra

In einem Artikel der Zeitschrift Brasilicum von Kobra geht es um diese Frage: Die Männer-Fußball-WM 2014: ein brasilianisches „Sommer“-Märchen?

Ist die Männer Fußball-WM 2014 nur ein brasilianisches "Sommer"-Märchen?©KoBra

Ist die Männer Fußball-WM 2014 nur ein brasilianisches „Sommer“-Märchen?©KoBra

Privatisierung, Städtebau, Sonderregelungen der FIFA, gesetzliche Anpassungen und Modernisierung der zwölf Stadien sind nur einige Aspekte die Kritiker bei der Vorbereitung der sportlichen Großereignisse in Brasilien anprangern. Die Planung gehe an den Bewohnern vorbei, verteuere den Wohnraum und verletzte das brasilianische „Recht auf Stadt“. KoBra berichtet, dass für die Stadien, die sogenannten „Weißen Elefanten“, es alleine im Jahr 2011 bereits in 21 Ortsteilen und Favelas an sieben der Austragungsstätten zu Zwangsräumungen kam. Fazit: Die Fußball-Weltmeisterschaft ist ein Geschäft und die FIFA nutzt ihr WM-Monopol mit Sonderregeln.

Wirtschaft-Portugal
Extremer Kontrast – Der Arbeitsmarkt in Portugal und Brasilien

Entlassungen in Portugal – Einstellungen in Brasilien

@miriameckert

Diese Grafiken der Wirtschaftswoche zeigen, dass die Gegensätze kaum größer sein könnten. Während der Arbeitsmarkt in Portugal sich wirtschaftlich am Abgrund der Europäischen Union bewegt, wächst der Riese Brasilien unaufhörlich weiter. Während sich die Jugendarbeitslosigkeit in Portugal auf einem Rekordhoch befindet, profitiert Brasilien von der steigenden Kaufkraft seiner jungen Bevölkerung.

Anteil der Unternehmen, die Fach- und Führungskräfte entlassen oder einstellen wollen. ©Wirtschaftswoche

Anteil der Unternehmen, die Fach- und Führungskräfte entlassen oder einstellen wollen. ©Wirtschaftswoche

Anteil der Unternehmen, die Einstellungen oder Entlassungen von Fach- oder Führungskräften planen.©Wirtschaftswoche

In Brasilien kommen laut der Studie für die der Personalberater Antal mehr als 12.000 Firmen befragt hat, auf 50 Einstellungen 40 Entlassungen. In Portugal hingegen ist das Verhältnis 43 zu 30. Eine Katastrophe für die Zukunft des Landes und den Aufbau der Wirtschaft wird der damit verbundene „Brain Drain“ sein. Die jungen Fachkräfte zieht es in andere europäische Länder wie Deutschland, oder sie wandern in die alten portugiesischen Kolonien in Afrika – nach Angola und Mosambik – oder eben nach Brasilien ab.

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Urlaub-Brasilien
Spiegel-Reiseheft über Brasilien

Brasilien auf dem Vormarsch

@miriameckert

Die Liste der sportlichen und kulturellen Großereignisse, bei denen Brasilien die Hauptrolle spielt, wird immer länger. Brasilien ist Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2012, Gastgeber der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 und der Olympischen Spiele 2016.

An Brasilien kommt man nicht mehr vorbei, glauben die beiden Spiegel-Autorinnen Maren Keller und Christina Schade und reisen 17800 Kilometer durch das riesige Land – von Rio de Janeiro bis Manaus.

Auf ihrer Reise stellen sie 36 Brasilianer und deren Geschichte vor, denn „Sechsunddreißig zu eins: So hoch ist das Verhältnis von Bewohnern zu Touristen in Brasilien. Was passiert, wenn man die Statistik wörtlich nimmt? Eine Reise durch das Land, auf das bald die ganze Welt blicken wird.“

Entstanden ist ein wunderbar kurzweiliger und persönlicher Text über diese 36 Menschen, ihr Leben, ihre Träume und dadurch ein Einblick in die brasilianische Kultur. Das Aufsteigerland Brasilien, zugleich Chef der Welthandelsorganisation und Veranstalter des Weltjugendtreffens, präsentiert sich hier ungeschminkt, mit seinen Problemen und seinem Reichtum. Zum Artikel geht es hier.

Blumen bis zum Strand - an der Praia Amado. © Miriam Eckert

Urlaub-Algarve
Portugals Strände an der Algarve – der Südwesten

Portugals Strände präsentieren sich als „Bundesgartenschau bis zum Meer“. Die Strände stehen in voller Blüte – bis zum Strand steht das Gras kniehoch, Büsche und Bäume blühen in allen Farben und jeden Tag gesellen sich neue Blumen dem Spektakel hinzu. Kleine Pfade mit roter Erde markieren den Weg bis zum Meer hinunter. Sie schlängeln sich um die Felsen und Pflanzen herum, als wollten ganz sicher gehen, dass der Wanderer das blühende Meer von allen Seiten betrachtet.

Portugals Strände an der Alentejoküste

Der regenreiche Frühling hat im Süden Portugals den Nationalpark Costa Vicentina so üppig ausgestattet, wie schon lange nicht mehr. Von der Praia Amado bei Carrapateira die Westküste des Alentejo hinunter, bis zum Cabo de São Vicente an der Algarve – dem südwestlichsten Punkt Europas – zieht sich im März 2013 ein scheinbar endloser grüner Teppich.

Portugals Strände an der Algarveküste

An der südlichen Küste der Costa Vicentina – von Salema bis Sagres – ist die Brandung zwar ruhiger, aber auch hier gibt es für den Wanderer an der Küsten nur zwei Farben: das saftige Grün der Pflanzen und das dunkle Blau des Wassers. Getrennt sind sie nur durch die in der Morgensonne in zarten Terrakottarot leuchtenden Felsen. Dieses bunte Frühlings-Schauspiel wird gekrönt von den knallroten Mohnblumen, von denen es im März täglich mehr zu geben scheint.

Fotos und Text: Miriam Eckert

Literatur-Brasilien
Ehrengast Brasilien auf Frankfurter Buchmesse 2013

Brasilien auf Frankfurter Buchmesse: BRAS!L Literatur

Mit diesem Motto präsentiert sich die brasilianische Kultur von einer – zumindest für die meisten Deutschen – sehr unbekannten Seite. Kein Strand, kein Fußball und kein Karneval, sondern Buchstaben, Bücher und Gedichte.

@miriameckert

Jorge Amado, Chico Buarque, Ruy Castro und Paulo Coelho sind bestimmt noch vielen Lesern ein Begriff. Genauso wie João Ubaldo Ribeiro, der nach seinem DAAD-Austausch in Berlin den Bestseller „Um Brasileiro em Berlim“ (Ein Brasilianer in Berlin) geschrieben hat.

Das Video zeigt, dass es noch viel mehr Autoren zu entdecken gibt. Am besten wird diese Entdeckungsreise in die Literatur in Frankfurt möglich sein. Denn Brasilien wird im Oktober 2013 Gastland der Frankfurter Buchmesse sein. Hunderte Autoren des lateinamerikanischen Landes, von Porto Alegre im Süden bis Amapá im Norden, werden ihre Werke auf der weltweit größten Buchmesse vorstellen. Eine Übersicht zu den Teilnehmern gibt es hier.

Portugal-Küche
Vegetarisches aus portugiesischen Kochtöpfen

Aventuras entre Tachos e Afins – Abenteuer zwischen Kochtöpfen

@miriameckert

Die Portugiesin Joana Alves hat ihren Job als Kommunikationsdesignerin aufgeben, um sich ganz ihrem Blog zu widmen. Seitdem lebt sie „zwischen Kochtöpfen und dergleichen“. Ihr Blog „Le Passe Vite“ hat es in Portugal zu großer Bekanntheit gebracht, denn Joana haben es die vegetarischen Kochtöpfe angetan. Mit kunstvoll arrangierten Fotos ihrer Gerichte, farbenfrohen Nahaufnahmen der Zutaten und geübten Handgriffen in der Küche.

Der Blog von Joana Alves: "Le Passe Vite" ©lepassevite

Der Blog von Joana Alves: „Le Passe Vite“ ©lepassevite

In Portugal – einem Land, wo das Fleisch des Schweins aus dem Alentejo und deftige Gerichte wie die Feijoada hoch geschätzt sind, bereitet Joana den traditionellen Bohneneintopf mit Kohl und Zwiebeln zu. Das Rezept findet ihr hier: „Feijoada de Feijão Vermelho, Cenoura e Couve Galega“

Ziegenkäse eingelegt mit zwei Pfeffersorten – Azeite de Tomilho: Thymian-Olivenöl – Schokoladenbrownies mit rosa Pfeffer zum Valentinstag – eine scharfe Bohnen-Kohlsuppe mit Süßkartoffel – …
Die Liste der köstlichen Ideen, bei der Joana die portugiesische Küche mit dem Rest Welt in einen Kochtopf wirft, wird täglich länger.

„Incrível, não é? Como cabe tudo isto numa deliciosa taça de sopa!“ – Unglaublich, nicht wahr? Wie kann das alles nur zu einer köstlichen Tasse Suppe werden“, schreibt sie auf ihrem Blog.

Gerade schreibt sie an ihrem ersten Kochbuch. Getreu ihrem Motto: „It´s veggielicous“

E-Commerce-Brasilien
Das Internet: ein Magnet für Brasilianer

von @veitthomas

Die Brasilianer und der E-Commerce

Die Unterhaltung (=a conversa), ist ein wichtiges Element, nicht nur in den brasilianischen Geschäftsbeziehungen, sondern auch im dia-dia, dem brasilianischen Alltag. Der Brasilianer kommuniziert gerne und intensiv. Die Unterhaltung ist ein zentrales Element der brasilianischen Kultur.

Hält man sich nun vor Augen, dass das Internet mit seinen unzähligen Diensten, im Kern ein Kommunikationsmittel und Informationsmittel bleibt, wird klar wie gut E-Commerce und brasilianische Lebensart zueinander passen. Brasilianer sind zudem auch extrem affin, was neue Trends und Technologien angeht. Hier liegt ein Wachstumspotential, dessen Erschließung eben erst begonnen hat.

Seit nunmehr fast einem Jahrzehnt brilliert Brasilien mit tollen Wachstums- und Entwicklungs-Indizes und reiht sich in die sogenannten. BRICS-Staaten ein. Bei der WM-2014 und den olympischen Spielen werden die Brasilianer alles daran setzten, sich der Welt von ihrer besten Seite zu zeigen. Die Wachstumsaussichten für den E-Commerce sind unter diesen Bedingungen enorm.

Hier noch einige Quellen für diejenigen, die tiefer in das Thema einsteigen möchten:

http://www.brasilnews.de
Interessant wer sich allgemein zu Brasilien informieren möchte. Die Seite ist auf Deutsch!

http://www.e-commercebrasil.org/
Sehr interessante Seite zu aktuellen Entwicklungen im E-Commerce in Brasilien. Enthält gute Charts. Die Seite ist auf Portugiesisch.

http://www.ecommercebrasil.com.br/
Sehr gutes Portal mit vielen Praxistipps von brasilianischen E-Commerce-Profis. Seite ist auf Portugiesisch.

Offline-Infos:
Das Buch “Wirtschaftsmacht Brasilien” von Alexander Busch beschreibt sehr kurzweilig, was in Brasilien in den letzten 20 Jahren heranreifte.

E-Commerce-Brasilien
Mode und Fashion gehen in Brasilien mit großen Schritten online

Mode und Fashion gehen mit großen Schritten online

von @veitthomas

2011 und 2012 sind die Online-Umsätze in den Bereichen Mode und Fashion um 115 Prozent gestiegen. Am besten verkaufen sich Jeans, Unterwäsche und Schuhe. Wie im globalen E-Commerce üblich, sind es also auch in Brasilien Mode und Fashion, die zu den Pionier-Branchen des Online-Business gehören.

Als Gründe für das Wachstum werden genannt:

1. Die Brasilianer gehen mehr und mehr online. Wachstum zeigt sich über alle Devices.
2. Die Online-Marketing-Bemühungen der virtuellen Händler steigen rasant an und zahlen sich auch aus. SEA, Banner und E-Mail-Marketing laufen super und gehören zu den Wachstumstreibern.
3. Die Händler investieren in Marketing und Technologie

Trotz des enormen Wachstums zeigen alle Prognosen noch viel Luft nach oben an. Die Zeit, um in den brasilianischen Onlinehandel zu investieren war wohl noch nie günstiger. Mehr Infos zu diesem Thema findet Ihr hier.

Onlinehandel in Südamerika
E-Commerce in Brasilien

von @veitthomas

E-Commerce in Brasilien

Der E-Commerce in Brasilien ist ein absoluter Wachstumsmarkt. Immer mehr deutsche und europäische Unternehmen planen, in Brasilien in den Online-Handel einzusteigen. Die Branche boomt, genau wie in Deutschland.

1) 2011: In Brasilien werden rund 10 Milliarden US-Doller im Online-Handel umgesetzt. Im Jahr 2016 sollen es bereits 22 Milliarden sein. Mode – und das kommt uns bekannt vor – wird am stärksten wachsen. Hier gibt es mehr dazu.
Das mobile Internet ist dabei ein besonderer Wachstumstreiber. Knapp 200 Millionen Einwohner besitzen 2012 gut 250 Millionen Mobiltelefone. Im Mai 2012 waren 51 Mio. Smartphones unterwegs, auf denen der Brasilianer mehr und mehr direkt einkauft. Der Ableger von zalando heißt in Brasilien übrigens dafiti und erfreut sich wachsender Beliebtheit.

2) Otto geht nach Brasilien
2012 entscheidet sich auch die Otto-Group, der größte deutsche Retailer im Internet, seine Online-Geschäfte nach Brasilien auszuweiten. Otto startet ein Joint Venture mit dem brasilianischen Logistik-Spezialisten „Posthaus“, der in Südbrasilien angesiedelt ist. Hier gibt es die Hintergründe.

E-Commerce-Brasilien
Internet-Freunde werden zu privaten Reiseleitern

Es ist wie Couchsurfing – nur mit Stadtplan statt Canapé

von @MiriamEckert

Über die Seite „rentalocalfriend“ der Journalistin Alice Moura aus São Paulo können Touristen in ihrer Urlaubsstadt einen Reiseführer der besonderen Art treffen.

Schneller kann man kaum neue Freunde im Internet finden, die einem mit Begeisterung ihre Stadt zeigen ... Die Seite von Rentalocalfriend macht es möglich - auch in Brasilien. ©localfriend

Schneller kann man kaum neue Freunde im Internet finden, die einem mit Begeisterung ihre Stadt zeigen … Die Seite von Rentalocalfriend macht es möglich – auch in Brasilien. ©localfriend

Die Idee mit den „gemieteten Freunden“ kam der Brasilianierin über ihren eigenen Blog.
Mittlerweile sind mehr als 250 Miet-Freunde aus aller Welt auf der Seite registriert.
Wer noch nie in Brasilien war und die Großstädte São Paulo oder Rio de Janeiro nicht alleine entdecken möchte, kann hier bequem einen Fremdenführer mieten und mit ihm gemeinsam die schönsten Orte erkunden, abseits der großen Touristenpfade Neues entdecken – und immer ganz ohne die Sorge, sich zu verlaufen :)

Rentalocalfriend ist eine wunderbare Idee, mit der sich der Journalist David Knaubert bei FAZ-Online genauer beschäftigt hat. Zu seinem Artikel geht es hier.

E-Commerce-Brasilien
Digitales: Apple verliert Patentstreit in Brasilien

von @MiriamEckert

Damit hätte US-Konzernriese Apple nicht gerechnet: In Brasilien gibt es bereits ein iphone.
Das Marken- und Patentamt (INPI) aus dem südamerikanischen Land hat dem brasilianischen Inhaber der Rechte diese auch weiterhin zugesprochen. Damit ist Apple wahrscheinlich gezwungen seiner Cashcow einen neuen Namen zu geben.

In Brasilien bleibt es beim iphone
Die Firma Gradiente hatte bereits im Jahr 2000 den Namen „iphone“ beim Patentamt beantragt – einige Zeit vor Apple. Obwohl Apple den Namen leicht abgewandelt für sich beansprucht: nämlich das „iPhone“ sprach sich das INPI in seinem Urteil für das lokale Unternehmen aus. Da die Firma Gradiente erst mit einiger Verzögerung ein Produkt unter dem patentierten Namen auf den Markt gebracht hat, entschied sich Apple dazu, zu klagen.

Wie es bei dem Prozess weitergeht, ist noch nicht klar. Sicher ist nur, dass sich Apple vorerst das „iPhone“ nicht „iPhone“ nennen darf, denn die Brasilianer waren schneller.

WM-Brasilien
WM Stadien in Brasilien auf einen Blick

WM Stadien und Städte 2014 in Brasilien

von @veitthomas

Hier seht Ihr alle Stadien und Austragungsorte der #WM-2014 in Brasilien auf einen Blick:


WM-2014-Stadien auf einer größeren Karte anzeigen

Rio de Janeiro – Stadion Maracanã

Das berühmteste Fußballstadion der Welt! Hier wird das Finale ausgetragen werden. Maracana liegt in der Cidade Maravilhosa – der wunderschönen Stadt – Rio de Janeiro. Das Stadion befindet sich noch im Umbau und war vor wenigen Tagen wegen einer Überschwemmung in den Medien der Welt.

Hier ein Bild des Estadio Maracana, das aus dem Jahr 2008 stammt.

Das Maracana-Stadion 2008 von der Aussichtsplattform der Christus-Statue fotografiert. (Foto: Veit)

Das Maracana-Stadion 2008 von der Aussichtsplattform der Christus-Statue fotografiert.
(Foto: Veit)

São Paulo – Arena Corinthians

São Paulo ist die größte Stadt Brasiliens und gilt als das wirtschaftliche Bollwerk des Landes. Die Arena Corinthians ist das Heimstadion des gleichnamigen Fußballvereins.

Curitiba – Arena de Baixada

Curitiba ist die Hauptstadt des Bundesstaates Paraná. Das Stadion des lokalen Fußballclubs Atlético Paraná wird für die WM ausgebaut.

Belo Horizonte – Estádio Mineirão

Belo Horizonte ist die Hauptstadt des Bundesstaates Minas Gerais und liegt im Landesinneren. Das Stadionbau ist bereits seit Februar 2013 abgeschlossen.

Natal – Arena das Dunas

Natal ist die Hauptstadt des Bundesstaates Rio Grande do Norte. Natal ist auch als die Stadt der Sonne bekannt. Da die WM-2014 im brasilianischen Winter stattfinden wird, ist Natal für Besucher, die auf einen gleichzeitigen Strandurlaub spekulieren sicher eine gute Wahl.

Brasília – Estádio Nacional Mané Garrincha

Brasília ist die Haupstadt von Brasilien. Die futuristische Stadt wurde vom Stadtplaner Lúcio Costa und dem bekannten Architekten Oscar Niemeyer entworfen. Fans moderner Architektur werden hier auf Ihre Kosten kommen. Das Estádio Mané Garrincha setzt schließt an den architektonischen Stil an.

Porto Alegre – Estádio Beira-Rio

Porto Alegre ist die Hauptstadt des Bundesstaates Rio Grande do Sul und der südlichste Austragungsort der WM-Spiele in Brasilien. Das Stadion ist bereits fertig gestellt. In Porto Alegre und Rio Grande do Sul haben die Gaúchos – so nennt man die Brasilianer dieses Budesstaates – sich einen besonders eigenen Stolz bewahrt.

Cuiabá – Arena Pantanal

Cuiabá ist die Bundeshauptstadt des riesigen Flächenstaates Mato Grosso. Cuiabá ist als die „Grüne Stadt“ bekannt. Mato Grosso wird von der Agrarindustrie dominiert, besitzt aber gleichzeitig einige Naturwunder, wie das Pantanal oder der Chapada dos Guimarães – Naturreservate die unbedingt erhalten bleiben sollten.

Recife – Arena Pernambuco

Recife ist die Haupstadt des Bundesstaates Pernambuco. Bei der gesamten Umsetzung der Bau- und Infrastrukturprojekte scheint alles nach Plan zu laufen. Recife liegt im warmen Nordosten Brasiliens und hier werden WM-Besucher angenehme Temperaturen vorfinden und in den Genuss traumhafter Strände kommen.

Fortaleza – Estádio Castelão

Fortaleza ist die Hauptstadt des Bundesstaates Ceará, der zum Nordosten des Landes gehört. Die Stadt zählt zu den großen Touristenzentren des Nordostens und verspricht auch während der WM-2014 ein warmes Sommerklima. Fans von weiten Sandstränden werden hier auf Ihre Kosten kommen.

Salvador da Bahia – Arena Fonte Nova

Salavador ist die Hauptstadt des Bundesstaates Bahia und die drittgrößte Stadt Brasiliens. Viele kulturelle Stereotypen, die man im Ausland mit Brasilien verbindet, haben hier ihren Ursprung. Salvador liegt im warmen Nordosten Brasiliens, liegt direkt am Atlantik und bietet seinen Besuchern eine Vielzahl an Stränden in seiner Umgebung.

Manaus – Arena da Amazônia

Manaus ist die Hauptstadt des größten brasilianischen Bundesstaates Amazonas. Die Millionenmetropole liegt mitten Amazonas-Regenwald. Die WM-2014 findet während der Trockenzeit in Amazonien statt, was ideal für einen Besuch der Stadt ist.

Mosambik-Reise
Eine Mosambik Reise: Audienz bei den Felsengeistern

Darstellung von Mann und Frau. (Foto: Eckert)

Darstellung von Mann und Frau. (Foto: Eckert)

Geister hüten die jahrtausendealten Höhlenmalereien in Mosambik. Besucher können diese bestaunen − aber erst, nachdem sie die Geister in einer Zeremonie begrüßt haben.

von @MiriamEckert

Alleine würde man diesen Weg nicht finden. João und Angelina, unsere Begleiter aus dem Dorf Nacuahu in der Provinz Nampula, kennen aber jeden Stein des verschlungenen kleinen Pfades. Sie gehören dem Stamm der Makúa an, der im Norden von Mosambik beheimatet ist. João ist der „Leiter des Dorfes“, ein Posten, der ihm gesell- schaftliche und spirituelle Aufgaben überträgt. Angelina ist seine Assistentin und Begleiterin, wenn es darum geht, Gäste zu der heiligen Stätte von Nacuahu zu führen – den mit Höhlenmalerei-en bedeckten Felswänden in der Nähe des Dorfes.

Plötzlich erhebt sich vor uns eine Felswand. Die Vegetation hat sie bisher gut vor unseren Blicken geschützt. Geschickt klettern João und Angelina mit ihren ausgeleierten Flipflops vor. Steil geht es über viel Geröll den ersten Abschnitt des Felsens hinauf. Die Felswand scheint in der Mittagshitze rot zu verglühen. Es blendet, Steine fallen hinab. Dann finden wir uns unter einem gigantischen Felsüberhang wieder. Die rund 30 Meter lange Felsspalte mit ihrem natürlichen Dach sei perfekt vor Regen und Sonne geschützt, begrüßt uns João an seinem Lieblingsort im Steilhang mit einem Panoramablick über die Savannen.

Die Trockenheit hat einen Schatz – die Tausende von Jahre alten Höhlenmalereien seiner Vorfahren – erhalten. Die gewölbte Wand der Felsspalte ist mit weißen und ockerfarbenen Malereien bedeckt. Bevor wir uns aber genauer umsehen dürfen, wird João ein uraltes Ritual seines Stammes zelebrieren. Schon früh morgens haben wir auf dem Markt Mehl und Kerzen gekauft. Vor der Wanderung kündigte João vor seiner Hütte bereits den Geistern unser Kommen an. Jetzt am Fels begrüßen wir sie persönlich, uns vorstellen.

So werden die Felsengeister begrüßt

Für die Begrüßungszeremonie werden an der Felswand Kerzen und Tücher verteilt. (Foto: Eckert)

Für die Begrüßungszeremonie werden an der Felswand Kerzen und Tücher verteilt. (Foto: Eckert)

Tücher und Kerzen werden an den Fels verteilt. Vor einer Einkerbung in der Wand kniet João nieder, zieht die blauen Flipflops aus und ein sauberes weißes Leinentuch über die bunten Kleider. Durch seine hocherhobene Hand lässt er das Mehl rieseln und betet zugleich laut in seiner Muttersprache Makúa. Währenddessen ist alles still – selbst ein bunter Leguan liegt regungslos auf einem Stein.

Jeder wird vor dem Fels niederknien, sich vorstellen und leise Gebete oder Wünsche aussprechen, während wir einen weiteren Hügel aus Mehl bilden. Danach wieder absolute Stille. „Jetzt haben euch die Geister in ihrem zu Hause willkommen geheißen”, sagt João. Geometrische und abstrakte Formen überziehen die Wände. Punkte sollen Andeutungen von Regen sein, vermutet João, der selbst noch heute mit der Gemeinde hier für Niederschlag betet. „Die Fruchtbarkeit und die Jagd stehen im Zentrum der Zeichnungen“, schätzt Angelina und zeigt auf die angedeuteten Umrisse von Frau und Mann.

Praktische Reiseinfos

Die Berge der Provinz Nampula im Norden Mosambiks sind sehenswert. (Foto: Eckert)

Die Berge der Provinz Nampula im Norden Mosambiks sind sehenswert. (Foto: Eckert)

Diese Reise ist nicht buchbar. Die Felsen von Nacuahu befinden sich im Norden Mosambiks in der Provinz Nampual. Auskünfte gibt es beim Fremdenverkehrsamt von Mosambik: (0049) 06031/91062. Die deutschsprachige Internetseite des Fremdenverkehrsamtes bietet viele Tipps für die Reise unter
www.mosambiktourismus.de.

Hier gibts den ganzen Artikel, erschienen bei Passauer Neue Presse.

Lusophone-Welt
ITB 2013 in Berlin – Ein portugiesischer Rundgang

Auf der weltweit größten Reisemesse in Berlin stellten sich Anfang März 188 Länder vor.
Fünf der neun portugiesich-sprachigen Länder waren da:
Portugal, Brasilien, Moçambique, Angola, Kapverden.
Nicht auf der ITB waren die drei asiatischen und die drei kleineren afrikanischen Länder: Goa, Macao, Ost-Timor, Sao Tomé e Príncipe, Äquatorialguinea und das westafrikanische Guinea-Bissau.

von @MiriamEckert

Brasilien

So sah der brasilianische Stand der ITB bei Berlin 2013 aus. (Foto: Eckert)

Der Ball rollt. Pure Energie treibt die brasilianischen Tänzer um den großen Stand des größten lateinamerianischen Landes herum. Zuco de Abacaxi (Ananas) und Tapioca (kleine Fladen) werden angeboten. Es herrscht reges Treiben. Kein Zweifel – Brasilien setzt alle Hoffnungen auf die COPA MUNDIAL 2014. Es gibt kein anderes Thema – auch wenn der eine oder andere Tourismusmanager heimlich verrät, dass seine Leidenschaft das Surfen ist. An zwölf Standorten von Manaus im Amazonas bis zu dem legendären Estádio do Maracanã in Rio de Janeiro wird das Fußballevent inszeniert.

Portugal

Pastéis de Nata und eine Bica. Der Morgen in Portugal beginnt immer gut und auf der ITB machen die Portugiesen dabei keine Ausnahme. Gastfreundschaft, gutes Essen, viel Kultur und unbekannte Landschaften gibt es in dem kleinen vielfältigen Land zu entdecken. Die Land- und Wanderkarten stapeln sich nur so. Zeit von Portugal zu erzählen nimmt sich jeder und so erfahre ich von Walen, Teeplantagen, neuen Kajakrouten im Alentejo und kuriosen portugiesischen Wörtern auf den Açores.

Angola

Diese Holzskulptur schmückte den angolanischen Stand auf der ITB. (Foto: Eckert)

Diese Holzskulptur schmückte den angolanischen Stand auf der ITB. (Foto: Eckert)

Nach der Ölindustrie sollen nun auch die Touristen nach Angola kommen. Das Land wirbt mit einem kleinen Prospekt und einer Landkarte. Wieviel genau ein Touristenvisum kostet, kann mir der Ansprechpartner am Stand nicht sagen. Eine Recherche über die Botschaftsseite in Berlin zeigt: 40 Euro für einen Monat. Wie reist man in Angola und wohin? Die Straße von der Hauptstadt Luanda ins südlicher gelegene Lubango, gebe es bereits, erzählt ein junger angolanischer Student. Der Nationalpark KISSAMA, eine Kooperation afrikanischer Ländern, u.a. Botswana, Simbabwe, Sambia und Angola, sei in Planung. Um Touristen den Besuch des angolanischen Parkbereichs zu erleichtern, solle es ein KISSAMA-VISUM geben – aber das werde noch dauern.

Moçambique
Tauchen, Strände, Safaris und exklusive Hotels auf kleinen Inseln im Indischen Ozean – Mosambik bewirbt einen luxeriösen Tourismus und eine reiche Tierwelt zu Land und Wasser. Fünf große Nationalparks: Einige von ihnen sind problemlos zu erreichen und auch für Alleinreisende einfach zu besichtigen, wie der an den Krüger-Nationalpark angrenzende Limpopo oder der bei Beira in Zentralmosambik gelegene Gorongosa. Der Park im Norden an der tansanischen Grenze ist entlegener: hier sind ein robuster 4×4 und viel Zeit gefragt. Die Tourismusbeauftragte aus Maputo kennt ihr Land bestens, aber einen Ort möchte sie selbst unbedingt noch kennenlernen: die Ilha de Ibo im Nationalpark Quirimbas – eine Inselgruppe im Norden von Mosambik bei Pemba.

Sie werben für Manaus: Die Fußball-Weltmeisterschaft wird auch im Amazonasgebiet Brasiliens stattfinden. (Foto: Eckert)

Sie werben für Manaus: Die Fußball-Weltmeisterschaft wird auch im Amazonasgebiet Brasiliens stattfinden. (Foto: Eckert)

Kapverden
Jede der neun Inseln hat ein eigenes Gesicht – diese aber mit eigenen Augen zu sehen ist weder billig noch leicht in Eigenregie: Campingplätze gibt es nicht, Schifffahrten gibt es von der Hauptinsel nur zu wenigen wegen dem starken Seegang. In der Hauptsaison (Oktober bis April) müssen die Touristen tief in die Tasche greifen und werden mit wunderbaren Landschaften belohnt. Auch September und Mai sind noch gut Reisezeiten. Gerade im Herbst ist verdienen dei Kapverden ihren Namen – mit frischen Grün überall. Kletterer werden besonders auf der kleinen Insel Fogo fündig. Hier hat Mustafa, verheiratet mit einer Kapverdin, sein Revier am Vulkan gefunden – für Boulderer ein Paradies.

Autorin Miriam Eckert

Lusophone-Welt
Die Weltsprache Portugiesisch immer beliebter

Etwa 240 Millionen Menschen weltweit sprechen Portugiesisch. In neun Ländern und zwei Städten ist die Weltsprache Portugiesisch zu einem wichtigen Teil der Kultur geworden.


Portugiesische Welten auf einer größeren Karte anzeigen

Diese Karte soll einen ersten Überblick über die Verbreitung der offiziellen Weltsprache geben.

In den Ländern Angola, Brasilien, Mosambik, Portugal und São Tomé und Príncipe ist Portugiesisch die einzige offizielle Amtssprache.

In anderen Ländern wird das Portugiesisch als offizielle Sprache durch eine weitere ergänzt: so in in Osttimor mit der Sprache Tetum, in Macao mit Chinesisch und seit 2007 auch in Äquatorialguinea – dort gibt es mittlerweile drei Sprachen: Portugiesisch, Französisch und Spanisch.

Auf den Kapverden und in Guinea-Bissau ist Portugiesisch ebenfalls die einzige offizielle Sprache. Aber in Westafrika ist sie für die Bevölkerung keine so große Bedeutung wie das Kreol.

Portugiesisch ist aber auch in Ländern eine beliebte Verkehrssprache geworden, wo man es nicht vermuten würde: in Andorra, in Luxemburg, in Namibia und Südafrika – häufig bedingt durch die starke Zuwanderung aus den portugiesisch-sprachigen Ländern.

von @MiriamEckert

Krise-Portugal
Portugal: Gibt es Wege aus der Krise?

Wie geht es den jungen Menschen in den Krisenländern im Süden Europas? Haben Sie noch Arbeit und Perspektiven? Wie gehen sie mit der Unsicherheit um? Die Volontäre der Deutschen Welle haben junge Menschen in diesen Ländern getroffen und gefragt, wie ihr persönlicher Weg aus der Krise aussieht. Herausgekommen sind informative Beiträge, die zeigen, dass es trotz aller Sparmaßnahmen, Kündigungen, der steigenden Arbeitslosigkeit doch auch noch Hoffnung und Zuversicht gibt. In Italien, Griechenland, Spanien, Irland und …

… in Portugal:
Junge Sportlehrer machen sich dort selbstständig, weil sie nicht mehr fest an einer Schule arbeiten können.

Arbeitslose Ingenieure gründen mit viel Eigeninitiative eine „Biovilla“ auf dem Land, statt Portugal den Rücken zu kehren.

Viele Portugiesen bevorzugen stattdessen in ein anderes Land zu siehen und dort eine neue Arbeit und Heimat zu suchen. Die ehemalige portugiesische Kolonie Angola wird immer beliebter: Im vergangenen Jahr stieg die Emigration in das afrikanische Land enorm.

0,,16544521_403,00Mit den berühmten „Pasteis de Nata“ aus Belém bei Lissabon, haben die DW-Volontäre die Abwanderung nach Angola dargestellt.

Auch das Auslandsmagazin Extra von 3sat hat sich dem Thema am vergangenen Freitag angenommen.

Angola: Portugiesen wandern aus

Im Text der empfehlenswerten Sendung heißt es: „Neubeginn irgendwo weit weg von zuhause, das war einmal ein Traum für Auswanderer. Inzwischen ist es für viele junge Süd-Europäer eine wirtschaftliche Notwendigkeit.  Arbeitslose Spanier und Portugiesen suchen heute ihr Glück in Ländern, die einst Kolonien ihrer Heimat waren. Der Vorteil: Sie müssen keine neue Sprache lernen. Anne Brühl hat junge Portugiesen begleitet, die ihr Leben in Angola neu aufbauen.“

von Miriam Eckert